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01.02.2017

Die Würfel sind (längst) gefallen!

Standpunkt von Peter Adrian, Präsident der IHK Trier

Seit Jahresbeginn dürfen Lang-LKW auf deutschen Straßen fahren – nicht mehr nur im Rahmen eines bundesweiten Feldversuchs, sondern im Regelbetrieb. Spätentschlossen hat vor wenigen Monaten auch Rheinland-Pfalz Straßen für den Lang-LKW-Verkehr angemeldet: eine überfällige aber richtige Entscheidung! Die bis zu 25,25 Meter langen Lastwagen können bundesweit nun ein 11 600 Kilometer langes, festgelegtes Straßennetz nutzen, dürfen mit 40 Tonnen Gesamtgewicht jedoch nicht mehr laden als herkömmliche Laster.

Der fünfjährige (!) Feldversuch und das darauf basierende umfangreiche Gutachten haben den Bedenkenträgern den Wind aus den Segeln genommen: Es gibt keine Güterverlagerung von Schiene oder Wasser auf die Straße. Weil zwei Lang-LKW drei herkömmliche Lastwagen ersetzen, wird bis zu 25 Prozent CO2 eingespart. Auch die Infrastruktur nimmt keinen Schaden, da die Lang-LKW nicht schwerer sein dürfen als die bisherigen. Das Schreckgespenst „kaputte Straßen“ konnte durch den Versuch also ebenso vertrieben werden wie die Angst vor einer erhöhten Unfallgefahr.

Trotz dieser umfassenden Untersuchung und objektiver Ergebnisse reißt die Kritik nicht ab: in den verschiedensten Medien, von selbsternannten Experten und diversen Politikern. Warum nicht einmal positiv denken? Besser wäre es, die Lang-LKW für unsere Wirtschaft zu nutzen. Wahren wir die Chancen, die sich Unternehmen bieten, zeigen wir uns offen für technische Neuerungen! Und vermeiden wir vor allem den Fehler, eine Grundsatzdiskussion vom Zaun zu brechen, die doch längst aufgrund zahlreicher Fakten entschieden ist.




Info

Blickpunkt Wirtschaft
Artikelart: Standpunkt
Ausgabe: Februar 2017