Offizielles Internetangebot der Initiative Region Trier (IRT)


(Foto: Saar-Obermosel Touristik)

Projekte

Die Tätigkeit der Initiative Region Trier e.V. konzentriert sich – neben der regionalen Netzwerkarbeit – auf eine überschaubare Anzahl von Projekten, die auf Themenfelder fokussieren, die für die Entwicklung unserer Region von strategischer Wichtigkeit sind und sich zudem pragmatisch umsetzen lassen.

Inhaltliche Schwerpunkte sind in diesem Zusammenhang aktuell außer dem Binnen- und Außenmarketing die Themen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, regionale Fachkräftesicherung, regionales wirtschaftlich-technisches Innovationspotenzial sowie die Erarbeitung einer „social media“-Strategie für den Kulturbereich.

  • Projekt zur regionalen Koordination kommunaler Aktivitäten im Bereich der Integration von Asylsuchenden, Migranten und Flüchtlingen
    Die IRT hat das Ziel, an einer positiven Zukunft der Region Trier mit zu arbeiten und bedeutsame Standortfaktoren aktiv zu fördern. Durch die Mitgliederstruktur (vier Landkreise, Stadt Trier, Kammern, Unternehmen, Hochschulen etc.) ist die IRT eine ideale Klammer, um die Integration von Migranten und Flüchtlingen mit zu gestalten. Das Thema verlangt gerade mit Blick auf die Fachkräftesicherung den Aufbau einer Willkommenskultur. In diesem Sinne kümmert sich die IRT als Organisation intensiv um diese Thematik.

    IRT-Flüchtlingsprojekt startete Mitte 2015

    2015 rief der Vorstand der Initiative Region Trier vor dem Hintergrund der drängenden Flüchtlingsproblematik ein neues Projekt ins Leben. Hauptziel war die Initiierung eines Forums von Veranstaltungen und Arbeitskreisen, um Information, Austausch und Abstimmung über Aktivitäten und Projekte der einzelnen Integrationsakteure in der Region Trier zu ermöglichen, gerade mit Blick auf die Integration von ausländischen Fach- und Führungskräften in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Nach der Auftaktveranstaltung des „Runden Tisches Integration“ im April 2015 mit rd. 100 Vertretern von Institutionen der Flüchtlingsarbeit folgten zwei weitere Runde Tische zu den Themen Aufnahmeeinrichtung und Arbeitsmarkt, Sprache, Schule und Ausbildung. Den Jahresabschluss bildete eine Gemeinschaftsveranstaltung von IRT, Lernender Region, HWK, IHK sowie Arbeitsagentur Trier zum Thema „Perspektiven für Flüchtlinge in der Region Trier“. Über 150 Gäste verfolgten die Podiumsdiskussion mit Ministerpräsidentin Dreyer und Experten zu aktuellen Themenstellungen der Flüchtlingsarbeit.

    2016 stand im Zeichen der Aufbauarbeit

    Im April 2016 wurde im Rahmen des Projektes eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Himmeroder Forum organisiert. Unternehmer und junge Flüchtlinge berichteten über gelungene Integrationsbeispiele aber auch über Probleme bei der Aufnahme von Ausbildung und Beschäftigung von Migranten. An Betriebe von Handel bis Handwerk richtete sich eine weitere Informationsveranstaltung von IHK Trier und Initiative Region Trier mit konkreten Hilfestellungen zum Thema „Wie kommen Flüchtlinge in der Region Trier in Ausbildung und Arbeit?“ Im Juli fand ein erstes Fachgespräch zum Thema „Wege in Ausbildung und Arbeit für unbegleitete minderjährige und junge volljährige Flüchtlinge“ statt, das die IRT gemeinsam mit der Stadt Trier durchführte. Experten von Jugendämtern, Jugendhilfeeinrichtungen, Ausländerämtern, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, Arbeitsagentur und Jobcenter Trier sowie den beiden Wirtschaftskammern verabredeten eine bessere Zusammenarbeit und stellten eine To-Do-Liste auf.

    Netzwerkarbeit und politische Initiativen sind wichtige Bestandteile

    Insgesamt werden über das Projekt rd. 200 Teilnehmer, die sich haupt- oder ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit in der Region Trier engagieren, erreicht. Der Arbeitsmarktmonitor der Arbeitsagentur als Kommunikationsinstrument erleichtert dabei Abstimmung und Austausch. Mit über 70 Teilnehmern aus der Region Trier nimmt ein relevanter Querschnitt von Institutionen und Personen an den jeweiligen Foren teil. Die Koordination des Gesamtprojektes liegt bei der Geschäftsführung der Initiative Region Trier. Neben Veranstaltungen und Netzwerkarbeit bilden politische Initiativen einen besonderen Projektschwerpunkt. So initiierte der Vorstand der Initiative Region Trier Anfang 2016 eine Vereinbarung der Stadt Trier, der Landkreise Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Vulkaneifel und der Handwerkskammer Trier, der Industrie- und Handelskammer Trier sowie der IRT zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Ziel war es, jungen Flüchtlingen ohne sicheren Aufenthaltsstatus die Integration in den lokalen Ausbildungsmarkt leichter zu ermöglichen. Ferner richtete die IRT Schreiben an die Landesregierung, in dem sie sich für die Einrichtung von „Flüchtlingsklassen“ mit Sprachunterricht, Berufsorientierung und der Organisation von Praktika gerade für über 18-jährige junge Flüchtlinge einsetzte.

    IRT-Projekt wird 2017 fortgesetzt

    Das IRT-Flüchtlingsprojekt konnte in den vergangenen eineinhalb Jahren Weichen stellen und hat eine ganze Reihe von Veranstaltungen erfolgreich durchgeführt sowie Initiativen auf den Weg gebracht. Die Integration von Asylsuchenden, Migranten und Flüchtlingen in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt steht aber erst am Anfang und ist keinesfalls ein Selbstläufer. Das Qualifikationsniveau der Personen ist gegenüber früheren Einschätzungen ernüchternd. Integration braucht einen langen Atem. Deshalb hat der Vorstand der IRT unter Federführung des Vorsitzenden Landrat Dr. Streit eine Fortführung des Projektes beschlossen.

    Im Januar fand ein erstes Koordinierungstreffen zur Flüchtlingsarbeit in der IHK statt. Die Teilnehmer kamen von Kammern, ADD, Arbeitsagentur, BAMF, Kreishandwerkerschaft, Caritas, DRK und der Stadt Trier. Inhalt war der Austausch zu Stand und Veränderungen in der Integrationsarbeit der verschiedenen Institutionen. Weiterhin wurden die Planungen zu Veranstaltungen und Initiativen für das Jahr 2017 sowie mögliche Themen und Veranstaltungen, die die IRT durchführen könnte, besprochen. Im Februar gab es einen Austausch mit ADD, Wirtschaftskammern und der Berufsbildenden Schule Gewerbe und Technik Trier über den Projektfortschritt und nächste Schritte hinsichtlich der Pilotklassen 18+ in der Region Trier. Die IRT nimmt im Rahmen des Projektes an weiteren Gesprächen und Abstimmungen teil. Im März nahm der Projektleiter an dem Workshop „Flüchtlingsintegration in Trier: Ein Blick zurück nach vorn“ teil. Diskutiert wurde, ob die Struktur der Zuständigkeiten der vielen am Integrationsprozess Beteiligten in der Stadt Trier stimmt und wie konkret Spracherwerb und Arbeitsmarktintegration erfolgreich ineinandergreifen können.

    Am 26. Juni fand in Prüm mit IRT-Vorstandsmitglied Bürgermeister Söhngen ein Fachforum zu den Themen Sprache und Mobilität statt, das die IRT gemeinsam mit dem Eifelkreis Bitburg-Prüm und seiner Bildungskoordinationsstelle durchführte. Das Thema der Veranstaltung lautete: Sprache und Mobilität als wichtige Integrationsfaktoren – was klappt gut, wo hakt es noch?

    Mitte August findet eine Veranstaltung von IRT und der KAUSA-Servicestelle, die bei der HWK Trier angesiedelt ist, statt. Hier lautet das Thema: „Wie klappt die Ausbildung von Migranten? – Unternehmer beraten Unternehmer.“ Betriebsinhaber und Ausbildungsleiter berichten aus eigener Anschauung von den Herausforderungen bei der Ausbildung von Migranten. Im Anschluss stehen die Referenten an Stehtischen für gezielte Fragen der Teilnehmer zur Verfügung. Infostände verschiedener Integrationsakteure runden die Veranstaltung ab.

    Im September findet wieder eine gemeinsame Veranstaltung von IRT und „Himmeroder Forum“ statt. Hier soll ein Rückblick und Ausblick gewagt werden: Der Inhalt: Eineinhalb Jahre nach dem ersten Forum: Wie sehen die Unternehmer und Flüchtlinge, die damals berichteten, ihre Situation heute? – Stimmen die Koordinations- und Informationsstrukturen der Integrationsarbeit? Kehren wir langsam zur Normalität in Regelstrukturen zurück oder sind wir immer noch im Krisenmodus?

    Des Weiteren ist geplant zum Jahresende eine Umfrage unter den haupt- und ehrenamtlichen Integrationsakteuren der Region Trier mit dem Tenor „Zwischenerfolgsbilanz der regionalen Flüchtlingsarbeit“ Es sollen die besonderen Aktivitäten und konkreten Ergebnisse der regionalen Integrationsarbeit abgefragt und herausgestellt werden.
  • Innovationspotenziale Region Trier

    Region Trier: Innovationskraft steigt – aber noch Luft nach oben

     

    Die anlässlich des Wirtschaftsforums „Innovationspotenziale Region Trier“ vom Präsidenten des Statistischen Landesamts, Jörg Berres, sowie von ZEW-Forscher Daniel Höwer präsentierten Daten zeigen, dass sich die Region Trier seit der Jahrtausendwende im Hinblick auf das Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum sehr positiv entwickelt hat. Auch in Bezug auf eine Reihe von Innovationsindikatoren konnte sich der Trierer Raum verbessern. Dennoch sind die hiesigen Innovationswerte derzeit oft noch weit vom rheinland-pfälzischen und bundesdeutschen Durchschnitt entfernt.

     

    Überdurchschnittliches Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum

     

    Im Zeitraum 2000 bis 2009 – neuere Daten liegen derzeit noch nicht vor – ist die Region Trier, gemessen am nominalen Bruttoinlandsprodukt, um 17,9 Prozent gewachsen. Damit hat sie sich wesentlich besser als das Bundesland Rheinland-Pfalz mit einer Wachstumsrate von 12,1 Prozent entwickelt. Nicht mithalten konnte die Region Trier allerdings mit Luxemburg, wo das Plus bei 70 Prozent lag. Die Wirtschaftsentwicklung des Großherzogtums strahlt deutlich positiv in die hiesige Region hinein. Innerhalb der Region entwickelte sich das Oberzentrum Trier mit einer Wachstumsrate von knapp 26 Prozent deutlich dynamischer als die Landkreise mit Raten zwischen 10,8 und 18 Prozent. Auch bei den verfügbaren Einkommen steht die Region Trier gut da: +25 Prozent im Vergleich zu Rheinland-Pfalz mit +19 Prozent von 2000 bis 2009. Ähnlich positiv gestaltet sich die Arbeitsmarktentwicklung. Die Zahl der Erwerbstätigen hat im besagten Zeitraum in der Region um 6,9 Prozent zugelegt, verglichen mit 5,0 Prozent für Rheinland-Pfalz. Der regionale Arbeitsmarkt wird jedoch durch rund 27 000 Pendler nach Luxemburg entlastet. Hiervon profitieren insbesondere der Landkreis Trier-Saarburg, der Eifelkreis Bitburg-Prüm und die Stadt Trier. Parallel hierzu sank die Arbeitslosenquote von 2000 bis 2011 in der Region um 3,1 Prozentpunke (Rheinland-Pfalz 1,9 Prozentpunkte).

     

    Regionales Innovationspotenzial ausbaufähig

     

    In der Region Trier arbeiten 7,6 Prozent aller Beschäftigten in so genannten Hochtechnologiebranchen; dies sind nur halb so viele wie im rheinland-pfälzischen Durchschnitt. Im Segment der wissensintensiven Dienstleistungsbranchen sind 35,5 Prozent der hiesigen Arbeitnehmer beschäftigt, was nur knapp unterhalb des Landesdurchschnitts liegt. Leicht aufgeholt hat die Region auch im Hinblick auf die Beschäftigungsquote von Akademikern. Diese stieg seit 2000 um 37 Prozent (Rheinland-Pfalz 35 Prozent) und liegt aktuell bei 6,6 Prozent gemessen an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (Rheinland-Pfalz 8,2 Prozent). Eine hohe Dynamik verzeichnet der Trierer Raum im Hinblick auf die Forschungs- und Entwicklungsausgaben der Unternehmen. Vergleicht man den Zeitraum 2005 bis 2009 mit demjenigen von 1999 bis 2003, so liegt das Wachstum bei 45,3 Prozent (Rheinland-Pfalz -6,8 Prozent). Allerdings hat dieses Wachstum von einem niedrigen Niveau her stattgefunden, so dass in der Region mit jährlich 5,52 Euro je tausend Euro Bruttowertschöpfung immer noch deutlich weniger Geld in FuE-Aktivitäten der Unternehmen fließt als im rheinland-pfälzischen Durchschnitt mit 15,35 Euro.

     

    Wenige High-Tech-Gründungen

     

    Auch die Dynamik im Gründungsbereich bleibt im Bezirk Trier mit 19 Betriebsgründungen je 10 000 Erwerbsfähigen im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2011 hinter Rheinland-Pfalz mit 23 Gründungen zurück. Die Stadt Trier, der Landkreis Bernkastel-Wittlich und der Landkreis Vulkaneifel liegen etwa auf rheinland-pfälzischem Niveau, während der Eifelkreis Bitburg-Prüm und der Landkreis Trier-Saarburg eine geringere Gründungsintensität aufweisen. Aufholbedarf hat die Region bei den Unternehmensgründungen im High-Tech-Bereich. Diese liegen bei nur etwa einer Gründung pro 10 000 Erwerbsfähigen, während Rheinland-Pfalz auf knapp 2,5 Gründungen und damit auf einen mehr als doppelt so hohen Wert kommt. Noch leicht darüber liegt die High-Tech-Gründungsziffer in Deutschland. Ein ähnliches Bild präsentiert sich, wenn man die Betrachtung auf forschungs- und entwicklungsintensive Industriebereiche fokussiert: Pro 10 000 Erwerbstätige gibt es in der Region Trier rund 0,15 Gründungen, in Rheinland-Pfalz knapp 0,3 und Deutschlandweit 0,35. Auch hinsichtlich des Indikators „Venture Capital finanzierte Gründungen“ schneidet die Region Trier unterdurchschnittlich ab. Positiv sticht jedoch ins Auge, dass die hiesigen Gründungen eine deutlich höhere Überlebenswahrscheinlichkeit haben als im rheinland-pfälzischen oder deutschlandweiten Durchschnitt. In den ersten fünf Jahren werden nur 35 Prozent der regionalen Unternehmen aufgegeben; in Rheinland-Pfalz bzw. Deutschland sind es über 40 Prozent. Noch markanter fällt der Unterschied bei den High-Tech-Gründungen aus: Weniger als ein Viertel der regionalen High-Tech-Unternehmen scheiden in den ersten fünf Jahren aus dem Markt aus, während es in Rheinland-Pfalz und Deutschland ein gutes Drittel sind.




    Gründungen im Hightech-Sektor - Aufholbedarf für die Region Trier? Daniel Höwer, ZEW Mannheim

    Hightech-Gründungen in Deutschland - Regionale Entwicklung der Gründungstätigkeit

  • Fachkräftemangel in der Region Trier: Mindestens 3.000 Fachkräfte gesucht
    Konservativ geschätzt würden die der Industrie- und Handelskammer Trier (IHK) und der Handwerkskammer Trier (HWK) angehörigen rund 36 000 Unternehmen umgehend 3 000 Fachkräfte einstellen, wenn diese mit der richtigen Qualifikation am regionalen Arbeitsmarkt verfügbar wären. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse einer gemeinsam von der Initiative Region Trier (IRT), IHK und HWK durchgeführten Unternehmensbefragung. An der Befragung haben rund 700 regionale Unternehmen teilgenommen, die 32 000 Arbeitnehmer beschäftigen.

    40 Prozent der befragten Betriebe, die im Durchschnitt 47 Mitarbeiter beschäftigen, berichten von offenen Stellen, die nicht angemessen besetzt werden können. Hochgerechnet auf den IHK-Bereich, also Industrie, Handel und Dienstleistungen, fehlen 1 550 geeignete Fachkräfte. Im Handwerk einschließlich Baugewerbe sind es 1 600 offene Stellen, die nicht angemessen besetzt werden können. Damit ergibt sich nach vorsichtiger Schätzung eine regionale Fachkräftelücke bei den IHK- und HWK-Mitgliedsunternehmen von mindestens 3 000 Personen. Nicht einbezogen in die Untersuchung sind Landwirtschaft und Weinbau, freie Berufe sowie der öffentliche und gemeinnützige Sektor, sodass der gesamte Fachkräftebedarf in der Region noch deutlich höher zu veranschlagen sein dürfte.

    Laut Angaben von IRT, IHK und HWK ist die Stellenbesetzung im Bedarfsfall für kleinere Firmen schwieriger zu bewerkstelligen als für große Unternehmen. Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten melden jede zwölfte Stelle unbesetzt. Bei Unternehmen ab 50 Beschäftigten ist es nur jede 81. Stelle. Branchenbezogen stellt die Fachkräftesicherung für das Bau- und Ausbaugewerbe sowie das sonstige Handwerk die größte Herausforderung dar. Der Industrie gelingt es hingegen vergleichsweise gut, ihren Fachkräftebedarf zu decken, doch hier sind die zu besetzenden Stellen überdurchschnittlich häufig dem hochqualifizierten Bereich zuzuordnen. Den größten Personalbedarf haben die Unternehmen bei der mittleren Qualifikationsebene von Mitarbeitern mit abgeschlossener Ausbildung. Die Betriebe erwarten jedoch über alle Ausbildungsniveaus, mit Ausnahme an- und ungelernter Hilfskräfte, eine Verschärfung der Rekrutierungsprobleme in den kommenden drei bis fünf Jahren. Während derzeit knapp 20 Prozent der Befragten berichten, sie hätten große Probleme bei der Rekrutierung geeigneter Fachkräfte, erwarten rund 35 Prozent, in drei bis fünf Jahren vor großen Schwierigkeiten zu stehen. Für knapp die Hälfte der Befragten ist der Fachkräftemangel derzeit kein Problem für den geschäftlichen Erfolg. Jedoch glauben nur gut 20 Prozent der regionalen Unternehmen, dass dies in drei bis fünf Jahren ebenfalls noch der Fall sein wird. Gleichzeitig macht die Umfrage laut IRT, IHK und HWK deutlich, dass die Betriebe zum großen Teil bereits Maßnahmen zur Fachkräftesicherung umgesetzt haben und sich der Herausforderung bewusst sind. Jeweils rund drei Viertel der Befragten geben an, die folgenden Instrumente auf betrieblicher Ebene anzuwenden: Weiterbildung, familienfreundliche Arbeitsbedingungen, freiwillige soziale Leistungen oder überbetriebliche Bezahlung, Beschäftigung älterer Mitarbeiter, Ausbildung.

    Laut Unternehmensangaben erschweren vor allem auch Probleme mit überregionalem Charakter die betriebliche Fachkräftesicherung. So wird das Nettolohngefälle zwischen der Region Trier und dem benachbarten Großherzogtum Luxemburg ebenso genannt wie falsche Anreizstrukturen des deutschen Arbeitsmarkt- und Sozialversicherungssystems, Defizite des deutschen Bildungssystems sowie auch das Image der Region Trier. Gleichzeitig haben die Unternehmen eine Reihe von Handlungsvorschlägen zur regionalen Fachkräftesicherung unterbreitet, angefangen bei der überregionalen Rekrutierung von Fachkräften über die stetige Verbesserung des Unternehmensimages als „guter Arbeitgeber“ bis hin zu Maßnahmen der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. IRT, IHK und HWK wollen in den kommenden Monaten diese Vorschläge intensiv diskutieren und prüfen, welche Maßnahmen in Ergänzung zu den bereits zahlreich bestehenden Angeboten im regionalen Schulterschluss umgesetzt werden können.
  • Das Projekt "Landwirtschaft und Weinbau zum Anfassen"
    Rund 100 Bauernhöfe und Weingüter in der Region Trier laden Schüler ein


    Landwirtschaft und Weinbau prägen seit Jahrhunderten die Kulturlandschaft von Eifel, Mosel und Hunsrück. Sie versorgen uns mit hochwertigen Nahrungsmitteln, tragen zur hohen Lebensqualität und zum attraktiven Wirtschaftsleben in der Region bei. Und: Sie bieten wertvolle Lernmöglichkeiten.
    Doch vielfach mangelt es heute an Möglichkeiten, Landwirtschaft hautnah zu erleben. Deshalb hat der Arbeitskreis Landwirtschaft und ländliche Entwicklung in der Region Trier das Projekt „Landwirtschaft und Weinbau zum Anfassen” gestartet.

    Schülerinnen und Schüler allgemein bildender Schulen der gesamten Region Trier sind eingeladen, bei Betriebsbesuchen vor Ort Landwirtschaft & Weinbau aus erster Hand kennen zu lernen.
    Rund 100 Betriebe stehen für Erkundungen zur Verfügung mit unterschiedlichen betrieblichen Schwerpunkten.

    Die Begleitbroschüre zum Projekt stellt die teilnehmenden Betriebe vor und informiert über die jeweiligen Schwerpunkte. Daneben finden Lehrkräfte hier die Ansprechpartner der landwirtschaftlichen Fachorganisationen, die mit Rat und Tat sowohl den Betrieben als auch den Schulen zur Seite stehen und viele praktische Tipps zum Thema. Im Rahmen des Projektes ist eine finanzielle Unterstützung der Schulen und Betriebe möglich (Fahrtkostenzuschuss bzw. Aufwandsentschädigung).