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01.02.2018

Viele Gastronomiebetriebe müssen Angebot einschränken

Trotz positiver Sommersaison zeigt der Fachkräftemangel in der Tourismusbranche Wirkung

Die Stadt Trier verzeichnete im Juni 2017 eine Höchsttemperatur von 37,2 Grad – heißer als nirgends sonst in Deutschland. Das gute Wetter sorgte auch für gute Stimmung unter den regionalen Gastronomie- und Beherbergungsbetrieben, die mit der abgelaufenen Sommersaison überwiegend zufrieden waren. Das geht aus der aktuellen Saisonumfrage der Industrie- und Handelskammer Trier hervor. 47 Prozent aller Betriebe stufen die Geschäftslage demnach als gut ein. Besonders die Gastronomiebetriebe bewerten die Geschäftslage aktuell um zehn Prozentpunkte besser als noch ein Jahr zuvor.

Die Aussichten auf die kommende Saison sind allerdings verhalten. Insgesamt gehen 65,4 Prozent der Befragten zwar von einer gleichbleibenden Geschäftslage aus. Allerdings erwarten nur noch 10,8 Prozent der Gastronomiebetriebe eine bessere Saison im nächsten Jahr. 2016 hatten noch 22,6 Prozent der Betriebe eine positive Erwartung geäußert. Optimistischer ist die Stimmung unter den Beherbergungsbetrieben. Dort glauben noch 17,3 Prozent an eine günstiger verlaufende Saison. Das sind 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Klimaindex, der sich aus der Geschäftslage des Vorjahres und den Erwartungen an die nächste Saison zusammensetzt, ist im gesamten Gastgewerbe um 6,2 Prozentpunkte auf 114,3 Punkte gesunken.

Unterschiede zwischen Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben

„Das konjunkturelle Klima in der Freizeit- und Tourismuswirtschaft ist weiterhin positiv, da der Wert immer noch weit über 100 Punkten liegt“ sagt IHK-Tourismusreferentin Anne Kathrin Morbach. Werden allerdings die Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe getrennt betrachtet, ist ein einer erheblicher Unterschied zu erkennen. Während sich das konjunkturelle Klima bei den Beherbergungsbetrieben im Aufschwung befindet (+10,9 Punkte im Vergleich zum Vorjahr), liegt der Wert in der Gastronomie bei 100,1 Punkten und ist somit um 14,4 Punkte gesunken.

Risikofaktor: Fachkräftemangel
„Der Fachkräftemangel gehört mit Abstand zu den größten Risikofaktoren in der Branche“, sagt Morbach weiter. 67,1 Prozent der Betriebe seien aktuell betroffen. Vor allem in der Gastronomie sei die Herausforderung besonders hoch, geeignetes Personal zu finden. „Fast 80 Prozent der gastronomischen Betriebe stufen den Fachkräftemangel als Problem für ihr Unternehmen ein“, sagt Morbach. Die Attraktivität der Branche habe insbesondere aufgrund der ungünstigen Arbeitszeiten und der schlechten Bezahlung in den vergangenen Jahren sehr stark abgenommen.

Jeder zweite Betrieb in der Region kann laut Umfrage offene Stellen längerfristig nicht besetzen, weil keine passenden Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. „Deshalb drohen jetzt deutliche Einschränkungen in den Angeboten“, sagt Morbach. „Bereits jetzt lehnen 45,3 Prozent der Betriebe zusätzliche Aufträge ab oder schränken ihr Angebot ein.“ Der anhaltende Fachkräftemangel führe bei jedem zweiten Beherbergungsbetrieb derzeit zu einer höheren Belastung der Belegschaft. Um die Unternehmen bei der Fachkräftesicherung zu unterstützen, sehen 57,1 Prozent der Betriebe eine Möglichkeit darin, die Region Trier für Arbeiternehmer attraktiver zu gestalten. „Hier kann der Tourismus einen wesentlichen Beitrag leisten, denn eine Attraktivitätssteigerung der Region kommt nicht nur den Gästen zu Gute, sondern erweitert die Naherholung und die Freizeitgestaltung der Einheimischen und steigert somit auch deren Lebensqualität.“



Info

Blickpunkt Wirtschaft
Artikelart: Wirtschaftstrends
Ausgabe: Februar 2018




Autor

Sebastian Klipp
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