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Mosel, Wassertourismus, IHK Trier
(Foto: Schwoab (Fotolia))

16.02.2017

Wassertourismuskonzept des Bundes zügig umsetzen

Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg bilden das größte Wassersportgebiet in Deutschland, mit den angrenzenden polnischen Gewässern sogar das größte in ganz Europa. Auch viele weitere Fluss- und Seenlandschaften in Deutschland sind wassertouristische Anziehungspunkte. Kein Wunder also, dass der Wassertourismus ein wachsender Wirtschaftsfaktor ist. Gerade ländliche Regionen in strukturschwachen Räumen profitieren davon. Damit das auch so bleibt, haben sich die Regierungsparteien darauf verständigt, ein Wassertourismuskonzept vorzulegen. Jetzt liegt es am Bund, entsprechende Entwicklungsperspektiven für touristisch genutzte Wasserstraßen zu erarbeiten.

Sicherheit für Planung in Fluss- und Seenlandschaften
Derzeit ist die Zukunft vieler touristisch genutzter Wasserwege und der dort angesiedelten Unternehmen unsicher, da die Finanzierung notwendiger Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen für die ehemals von Güterschiffen genutzten Wasserstraßen nicht gewährleistet ist. Im Koalitionsvertrag für die 18. Legislaturperiode ist vereinbart, dass organisatorische, personelle und finanzielle Voraussetzungen zur Verbesserung der wassertouristischen Infrastruktur geschaffen werden. Die dazu vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) erarbeitete Konzeption stellt Lösungen für diese Fragen aber nur unzureichend dar. Zwar bekennt sich der Bund grundsätzlich zu seiner Verantwortung auch für die Bundeswasserstraßen, die nur noch für Freizeitzwecke genutzt werden. Es fehlen aber bislang konkrete Angaben, welche Wasserstraßen in welcher Form und für welche Nutzungen vorgehalten werden sollen. Das vorgesehene Budget wird nicht reichen, um alle notwendigen Erhaltungsmaßnahmen umzusetzen. Unsicherheit besteht auch hinsichtlich der Frage, welche Konsequenzen die Umsetzung des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“ – ein Konzept zur Renaturierung von Gewässern – auf die touristischen Nutzungen haben wird.

Konkretisierung notwendig

Das BMVI sollte deshalb in Kooperation mit anderen betroffenen Ressorts zügig das Wassertourismuskonzept konkretisieren. Der Bund muss entsprechende Datengrundlagen zum gesamtwirtschaftlichen Nutzen erarbeiten und offenlegen und verschiedene Stakeholder aktiv einbinden, um gemeinsam entsprechende Modellprojekte und ergänzende Finanzierungsoptionen konzipieren zu können.


Ansprechpartner

Anne Kathrin Morbach
Wein & Tourismus
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